„Mit der Schwarmfinanzierung schaffen wir ein neues Instrument, um ein bewährtes Ziel zu erfüllen: Geld dorthin zu bringen, wo es sinnvoll wirken kann.“
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Dirk Kannacher
Mitglied des Vorstands der GLS Bank, Kooperationspartner der GLS Crowd

Fallbeispiel Plattform

GLS CROWD

Die GLS Crowd ist die erste von einer deutschen Bank initiierte Crowdinvesting-Plattform, um ausgewählte Projekte mit einem nachhaltigen Ansatz direkt und digital durch Kunden finanzieren zu lassen. Der direkte Bezug zum Projekt, das „Wissen, wo das Geld wirkt“, ist dabei eine Besonderheit, die den Kunden der GLS Bank sehr wichtig ist und einen echten Mehrwert für jeden Anleger darstellt.

Ausgangssituation

Der Trend zur Digitalisierung hat die Bankenlandschaft in den letzten Jahren nachhaltig verändert. Bisher haben die meisten deutschen Banken jedoch hauptsächlich ihr Schaltergeschäft digitalisiert. Dabei ist eine konsequente Ausweitung des digitalen Angebots unausweichlich, um im Wettbewerb dauerhaft zu bestehen. Ein Schritt in diese Richtung ist die GLS Crowd.

Ziel

Wesentliches Ziel war es, eine Plattform für die Vermittlung von wirtschaftlichem Eigenkapital in kurzer Zeit in den Markt einzuführen. Die eigenständige und damit vom Kernbanksystem unabhängige technologische Infrastruktur ermöglicht dafür eine flexiblere Entwicklung und ein agileres Management der Plattform. Ohne Einbindung in die digitale Bankinfrastruktur ist eine Crowdinvesting-Plattform bereits nach drei bis sechs Monaten marktreif. Bei einem Anschluss an das Kernbankensystem verlängert sich der zeitliche Aufwand der Implementation auf mindestens 1 bis 1,5 Jahre.

Herausforderung

Auf Grund des hohen Innovationscharakters des Vorhabens wurden relevante Abteilungen der GLS Bank vor vornherein involviert und laufend informiert. So konnten Rückfragen und Kommentare frühzeitig berücksichtigt werden. Auf Grund des gewählten Betreibermodells war ein personal- und kostenintensiver Neuproduktprozess nach MaRisk ebenso wenig erforderlich wie eine Anbindung an das Kernbankensystem.

Umsetzung

CrowdDesk stellt die technische Infrastruktur zur Verfügung und betreibt die Online-Plattform GLS Crowd in der GLS Crowdfunding GmbH. Dazu hat die GLS Bank mit der Betreibergesellschaft von CrowdDesk einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, so dass keine Integration in die zentralen IT-Systeme der Bank notwendig ist. Zur Umsetzung wurde eine Betreibergesellschaft gegründet, die die Marke „GLS“ nutzen darf. Dieses Vorgehen ist bis dato einmalig in der Kooperation zwischen Banken und Fintechs in Deutschland. Die Betreibergesellschaft fokussiert sich somit ausschließlich auf das neue Geschäftsfeld und ist unabhängig von banktypischen Prozessen.

Fazit

Die GLS Crowd konnte bereits wenige Tage nach dem Start eine positive Bilanz ziehen. Innerhalb der ersten Woche seit dem Start der Plattform konnte die Energiegewinner eG schon mehr als 200.000 Euro für einen Solarpark über die GLS Crowd einsammeln – nach 14 Tagen wurde das Finanzierungsziel vollständig erreicht. Die Impact-orientierten GLS Anleger nehmen das Angebot sehr gut an, was sich vor allem an der Zeit bis zum Erreichen des Fundingziels ablesen lässt: Dauerte das Funding für das erste Projekt auf der GLS Crowd noch 14 Tage, brauchte es beim dritten Projekt nicht einmal 140 Minuten, bis die Finanzierungssumme erreicht wurde. Auf Grund der guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit CrowdDesk sind Kooperationen mit Fintechs für die GLS Bank auch weiterhin ein Denkansatz bei der Gestaltung zukünftiger Angebote und Geschäftsprozesse.