Mittelstandsanleihe

Bei einer Mittelstandsanleihe handelt es sich um eine kleine Unternehmensanleihe, die von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) emittiert werden und ein geringes Volumen aufweisen. Hier erfahren Sie alles Wichtige dazu.

 

Was ist eine Mittelstandsanleihe?

Mittelstandsanleihen sind ein neues Finanzierungsinstrument für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Dabei nutzen KMU die Neuerungen des Schuldverschreibungsgesetzes. Es trat 2009 in Kraft und sorgte dafür, dass der Mittelstand eine praxisgerechte und flexible Möglichkeit erhielt, um Anleihen umzustrukturieren und damit Kapital einzusammeln.

So entstand die Mittelstandsanleihe, die sich bereits unterhalb eines Volumens von 30 Millionen Euro für Mittelständler rentiert und auch in der Praxis einsatzfähig ist. KMU können sich so über den Kapitalmarkt finanzieren. Das Unternehmen, das die Mittelstandsanleihe platziert, verfügt in der Regel über ein Rating unterhalb des Investment Grade (Standard & Poor oder Moody’s).

Die Mittelstandsfinanzierung erhielt durch die Mittelstandsanleihe ein neues Instrument. Sie kann in Form einer eigenen Emission oder mit der Unterstützung von Investmentbanken durchgeführt werden.

Zusammenfassend lässt ich sagen, dass die Mittelstandsanleihe eine Unternehmensanleihe mit geringerem Emissionsvolumen ist.

 

Die Mittelstandsanleihe bietet neue Finanzierungsmöglichkeiten

Kleine und mittelständische Unternehmen machen mehr als 99 % aller Unternehmen in Deutschland aus. Bei der Finanzierung sind sie oftmals abhängig von einer Bank. Doch im Zuge der Finanzkrise verschärften Banken ihre Risikobewertung und erhöhten ihre Eigenkapitalquote.

Insgesamt agieren Banken seither zurückhaltender bei der Kreditvergabe. KMU sind auf der Suche nach alternativen Kapitalquellen. Die Mittelstandsanleihe bietet sich daher an. Sie erlaubt es den KMU eigenständig an den Kapitalmarkt heranzutreten und eine Emission zu platzieren.

Denn in der Regel sind mittelständische Unternehmen nicht in der Lage Anleihen am Kapitalmarkt zu platzieren. Dazu fehlen ihnen die notwendigen rechtlichen und finanziellen Ressourcen.

Mit der Digitalisierung ändert sich das. Strukturierung, Verwaltung, Ausgabe und Anleger:innenansprache – digitale Instrumente vereinfachen diese Prozesse massiv. Dadurch werden sie kostengünstiger und stehen praktisch allen Unternehmen offen.

Mittelstandsanleihen können deshalb von KMU in Eigenregie an den Kapitalmarkt ausgegeben werden. Dieser Form der digitalen Finanzierung haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen bedient. Laut Statista belief sich das Emissionsvolumen von Mittelstandsanleihen in 2020 auf 938 Millionen Euro.

 

Wer investiert in Mittelstandsanleihen?

Mittelstandsanleihen sind eine Anlageklasse, die sich vor allem an den privaten Kapitalmarkt richtet. Dort agieren neben Family Offices auch Privatanleger:innen. Die Unternehmen bestimmen die Konditionen selbst, wie Laufzeit, Zinssatz und Mindestinvestitionssumme.

Aufgrund der geringen Eintrittshürden stehen Mittelstandsanleihen vielen Unternehmen offen. Sie eignen sich daher auch ideal für ein Crowdinvesting.

 

Welche Vorteile hat eine Mittelstandsanleihe?

  • Unternehmen profitieren von einer bankenunabhängigen Kapitalquelle
  • Unternehmer:innen müssen keine Unternehmensanteile oder Stimmrechte abgeben
  • Unternehmen, die eine Mittelstandsanleihe in Eigenregie begeben, können die Konditionen selbst bestimmen

 

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