Mezzanine-Kapital

Das beim Crowdinvesting eingesammelte Kapital wird in der Regel als Mezzanine-Kapital in der Bilanz behandelt. Es beschreibt eine Mischform zwischen Eigen– und Fremdkapital. Bei Mezzanine wird dem betreffenden Unternehmen wirtschaftliches oder bilanzielles Eigenkapital zugeführt, ohne den Kapitalgebern oder Gesellschaftern Stimm- oder Einflussrechte zu gewähren.

Was ist Mezzanine-Kapital?

Wie viele andere Begriffe aus der Finanzwelt stammt Mezzanine aus dem Italienischen und bedeutet „mittel“ (mezzo). In der Architektur beschreibt es ein Zwischengeschoss bei mehrstöckigen Gebäuden aus der Renaissance oder dem Barock. Mezzanine-Kapital verbindet also Fremd- und Eigenkapital. Nach den Finanzkrisen 2001 und 2008 verschärften sich die Regelungen bei der Vergabe von Krediten. Für Unternehmen wurde der Einsatz von Mezzanine-Kapital zur Finanzierung zunehmend interessanter, da Unternehmen für diese Art der Kapitalaufnahme nicht zwangsläufig auf Kreditinstitute angewiesen sind. Dieses hybride Kapital lässt sich auch auf anderem Wege – wie z. B. über Crowdinvesting – beschaffen.

Was ist eine Mezzanine-Finanzierung?

Banken definieren Mezzanine dann als Eigenkapital, wenn es langfristig ist und eine Rangrücktrittserklärung seitens der Kapitalgeber vorliegt. Das bedeutet, dass ihre Forderungen im Rang nach denen der Bank stehen. Weitere Merkmale einer Mezzanine-Finanzierung sind:

  • Im Insolvenzfall ist es vorrangig gegenüber Eigenkapital und nachrangig gegenüber Fremdkapital
  • Wie Eigenkapital ist auch Mezzanine-Kapital nicht besichert
  • Es kann eine gemischte Verzinsung aufweisen
  • Es handelt sich um eine langfristige Finanzierung mit zeitlicher Befristung

Mezzanine-Kapital ist ein Baustein der gesamten Finanzierungsstruktur von Unternehmen. Der größte Teil ruht in der Regel auf dem Fremdkapital einer Bank. Einen Anteil stellen klassische Finanzinstitute also in Form eines Kredits bereit. Doch in vielen Fällen ist dann der Kreditrahmen der Hausbank ausgeschöpft. Die restliche Summe muss das Unternehmen selbst erbringen. Dann kann Mezzanine-Kapital bei der Finanzierung zum Einsatz kommen.

Wie gelangen Unternehmen an Mezzanine-Kapital?

Unternehmen können sich an verschiedene Arten von Kapitalgeber wenden, um an Kapital zu gelangen:

  • Private Equity-Gesellschaften: Ein Zusammenschluss von Investoren, die in Unternehmen investieren.
  • Private Investoren: Kleinanleger oder private Investoren können sich über alternative Finanzierungsinstrumente wie Crowdinvesting in Unternehmen investieren und ihnen so Mezzanine-Kapital zuführen.
  • Banken: Auch Banken entdecken alternative Finanzierungsformen nach und nach für sich. Sie treten in diesem Fall als Vermittler auf und betreiben eigene Plattformen auf denen sie Kapital einsammeln. Bekannte Beispiele sind die GLS Crowd, DKB Crowd oder die VR Crowd.

Die Vorteile von Mezzanine-Kapital

  • Durch seinen eigenkapitalähnlichen Charakter verbessert es die Bilanzstruktur und die Bonität und Kreditwürdigkeit. Das wirkt sich positiv auf die Unternehmensbewertung und den finanziellen Spielraum aus.
  • Es kommt zu keiner Kapitalverwässerung
  • Es sorgt für die Schließung von Finanzierungslücken und die Bildung einer Kapitalgrundlage
  • Unternehmen erhalten einen besseren Zugang zu einem Bankkrediten
  • Es ist flexibel im  Bezug auf Rückzahlungs- und Kündigungsmodalitäten
  • Die Ausgestaltung ist individuell und flexibel
  • Man benötigt keine Sicherheiten

Die Nachteile von Mezzanine-Kapital

  • Es fallen höhere Kosten an als bei einem Kredit und der Aufnahme von Fremdkapital
  • Es erfordert hohe Transparenzanforderungen
  • Die Kapitalüberlassung ist zeitlich befristet

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