Kofinanzierung

Bei einer Kofinanzierung (Co-Financing oder Co-Finanzierung) finanzieren Unternehmen eine Investition oder ein Projekt aus mindestens zwei Finanzierungsquellen. Das kann z. B. eine Kombination aus klassischem Bankkredit und einer alternativen Finanzierungslösung wie Crowdinvesting sein. Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige zum Thema.

Was ist eine Kofinanzierung?

Üblicherweise setzen Unternehmen bei der Finanzierung neuer Projekte oder Vorhaben auf lediglich eine Kapitalquelle. Doch das ändert sich mit den neuen Möglichkeiten, die Kofinanzierungen bieten. Hierbei kommt nicht nur ein Finanzinstrument, wie ein Darlehen der Bank, infrage, sondern verschiedene. Dazu gehören beispielsweise auch Fördergelder von staatlicher Seite (Landes-, Bundes- oder EU-Ebene) oder alternative Finanzinstrumente wie Crowdfunding, Crowdinvesting oder Crowdlending.

Besonders auf EU-Ebene gibt es mittlerweile zahlreiche Förderprogramme und -töpfe, auf die Unternehmen zugreifen können. Hierbei arbeitet die Europäische Union mit anderen Institutionen und Geldgebern auf nationaler Ebene zusammen, wobei Kooperationen für EU-Förderprogramme aufgesetzt werden.

Zuerst prägte die Weltbank den Begriff Kofinanzierung im Jahr 1975, als sie gemeinsam mit Geschäftsbanken Unternehmen eine Vollfinanzierung ermöglichte. Die Vollfinanzierungen wurde dabei von der jeweiligen Geschäftsbank und der Weltbank getragen.

Welche Arten von Kofinanzierung gibt es?

Aus öffentlicher Hand

Neben den EU-Förderprogrammen gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Unternehmen Landes- oder Bundeszuschüsse zu generieren, darunter fallen auch Haushaltsmittel und Programme von Kommunen, Kreisen und Regionalverbänden. Daneben gibt es Eigenmittel von öffentlich-rechtlichen Zweckverbänden und Eigenbetrieben, wie z. B. aus der Wirtschafts- und Tourismusförderung.

Neben diesen Angeboten können sich Firmen auch an öffentliche Kreditinstitute wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder an die Landesförderbanken der einzelnen Bundesländer wenden. Vor allem diese beiden Institute sind durch die Corona-Pandemie und der Vergabe von Hilfs- und Überbrückungskrediten wieder in der Fokus gerückt. Firmen können sich aber auch an eine internationale Organisation wie beispielsweise die Weltbank wenden und dort eine Kofinanzierung ausloten.

Aus privater Hand

Aus privater Hand gibt es zahlreiche Möglichkeiten eine Kofinanzierung zu nutzen. Erstens, gibt in privaten Unternehmen die Chance auf zahlreiche Initiativen, die auf private Zusammenschlüsse zurückführen, wie z. B. Energieagenturen oder Büros für Regionalmarketing zuzugreifen. Zweitens, gibt es in Deutschland mehr als 20.000 Stiftungen – in keinem anderen EU-Land gibt es mehr. Auch sie können für Kofinanzierungen herangezogen werden. Darüber hinaus gilt ähnliches für den Bereich Sponsoring.

Ein weiterer wichtiger Baustein bei Kofinanzierungen sind Bürgerbeteiligungen in Form von Schwarmfinanzierungen. So können sich Bürgerinnen und Bürger an erneuerbaren Energien oder sozialen Projekten direkt vor Ort beteiligen und mit einbezogen werden. Eine Kofinanzierung in diesem Bereich kann entweder über ein Crowdfunding erfolgen (Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich z. B. am Ausbau einer Photovoltaik-Anlage und erhalten einen Teil der Anlage für die Stromproduktion) oder über ein Crowdinvesting, wobei Bürgerinnen und Bürger sich wirtschaftlich beteiligen und Kapital investieren.

 

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