Gläubiger

Ein Gläubiger ist im Rahmen eines Schuldverhältnisses berechtigt vom Schuldner eine Leistung einzufordern. Damit ist meistens eine Geldforderung gemeint. Der Gläubiger nennt man auch Kreditor und er steht dem Schuldner, auch Debitor gennant, gegenüber.

Was ist ein Gläubiger?

Der Begriff des Gläubigers ist aus dem italienischen „credere“ abgeleitet, was „glauben“ bedeutet. Sprich: Er „glaubt“ dem Schuldner, dass er ihm seine Schuld zurückerhält.

Der Gläubiger gewehrt Kredite oder liefert eine Ware aus. Im Gegenzug erwartet er die Zahlung des Schuldners für die erbrachte Leistung. Der Schuldner erhält die Kredite oder die Ware und schuldet entsprechend der erbrachten Leistung Geld.

Das Verhältnis der beiden ist ein Schuldverhältnis: Der Schuldner hat seine Schuld zu begleichen, während der Gläubiger eine Leistung einfordert. Deren Rechte sind in § 241 BGB geregelt.

Klassische Beispiele für solche Schuldverhältnisse sind Kauf- oder Mietverträge sowie die Kreditvergabe einer Bank an eine Privatperson oder ein Unternehmen. Dabei kann die Person des Gläubigers eine natürliche oder juristische sein. Diese zwei Beispiele verdeutlichen es:

Mietvertrag:

  • Der Vermieter ist der Gläubiger und er glaubt, dass der Mieter (der Schuldner) ihm monatlich die Miete überweist.

Bankkredit:

  • Eine Bank vergibt eine Kredit an ein Unternehmen. Die Bank erbringt die Leistung, überweist das Geld und erwartet im Gegenzug, dass das Unternehmen den Kredit in Form einer Tilgung und Zinsen zurückbezahlt.

Welche Arten von Schuldverhältnissen gibt es?

Es gibt zwei Arten von Schuldverhältnissen:

  • Das gesetzliche Schuldverhältnis: Hierbei wird das Schuldverhältnis per Gesetz definiert. Das kommt beispielsweise in Form einer Ausgleichszahlung bei einer Körperverletzung vor.
  • Das vertragliche Schutzverhältnis: Dieses geht aus vertraglichen Vereinbarungen hervor. Ein Kaufvertrag oder ein Mietvertrag ist eine solche vertragliche Vereinbarung.

Welche Rechte hat ein Gläubiger?

Der Gläubiger hat das Recht auf den Leistungserfolg des Schuldners. Der Schuldner muss nicht nur eine Leistungshandlung erbringen, sondern diese auch erfolgreich liefern. Geregelt ist dies in §362 BGB. 

Es ergibt sich folgende Rangfolge für die Leistungserfüllung:

  1. Vertragliche Vereinbarungen
  2. Umstände
  3. Gesetzliche Regelungen

Ein vertragliches Fälligkeitsdatum verhindert, dass ein Gläubiger eine Leistungserbringung nicht vor dem vertraglich definierten Fälligkeitsdatum fordern kann. Gibt es keine solche vertragliche Vereinbarung, kann ein Gläubiger sofort die Erbringung einer Leistung fordern.

Die Gläubiger-ID

Jeder Händler besitzt eine Identifikationsnummer (ID). Dadurch kann er SEPA-Lastschriften von Zahlungspflichten (Schuldnern) erhalten. Die ID wird über die Website der Deutschen Bundesbank beantragt. Sie ist ein wesentliches Merkmal, damit Händler ihre Forderungen geltend machen können.

Verhältnis von Gläubiger und Schuldner im Insolvenzfall

Kommt es zu einer Insolvenz, dann bestehen in der Regel eine Vielzahl offener Forderungen, die ein Schuldner nicht bedienen kann.

Damit keine der Gläubiger in einer solchen Situation vom Schuldner bevor- oder benachteiligt wird, bilden diese während eines Insolvenzverfahrens eine Gläubigergemeinschaft.

Bei einem Crowdinvesting ist eine solche Gläubigergemeinschaft in den meisten Fällen nicht von Relevanz, da dort oft Nachrangdarlehen vergeben werden.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicken Sie auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher sind noch keine Bewertungen vorhanden.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für Sie nicht hilfreich war.

Lassen Sie uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Scroll